St. Marien Bad Essen

GründonnerstagNacht

Seit einigen Jahren wird in Ostercappeln in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag eine Nachtwache gehalten.

Auch in diesem Jahr wird es am 13. April wieder eine Nachtwache geben! Herzliche Einladung an alle!


Dieser Artikel wurde im letzten Jahr verfasst und spiegelt ein paar Eindrücke wieder:


Anders als du denkst. Das Motto der diesjährigen Nachtwache in der St. Lambertuskirche in Ostercappeln könnte gleichzeitig eine gute Beschreibung für sie selbst sein. Stille Anbetung des Allerheiligsten? Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, zu wachen, und zwar die ganze Nacht, nicht bloß eine Stunde, die ganze Nacht von Null bis 05.30Uhr am Karfreitagmorgen, und wir schaffen es, wachet und betet.

Das klingt möglicherweise etwas befremdlich, das klingt auch nach einer Herausforderung, bei der man noch nicht so genau weiß, was einen erwartet. Die ganze Nacht wach bleiben und in der Kirche sitzen.

In der Dunkelheit der nur durch viele, viele Kerzen erleuchteten, so ungewohnt leisen und leeren St. Lambertuskirche bleiben wir also wach und hören auf die Stille, auf uns, auf Gott. Zeitweise auch auf die wunderbaren Klavierinspirationen von Lambertichorleiter Thomas Bramkamp, der spontan vorbeikommt und mit seiner Musik scheinbar genau das im großen Kirchenraum klingen lässt, was uns gerade durch den Kopf geht.

Einige Fragen und Themen, Schlagwörter, Sätze, begleiten uns durch die Nacht:

 

Ich bin anders als du denkst / näher als du glaubst / bin der Wind in deinen Segeln / wenn du Luft zum Atmen brauchst /ich weiß, wovon du redest / bin, wo du jetzt bist / ging für dich zu Boden / durch die Hölle und zurück.“ (Samuel Harfst). 

Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und erging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?“ (Mt, 26). „Warum muten wir uns das zu? Ist die Welt nicht schon schlimm genug? (…) Warum ist ausgerechnet das Kreuz zum entscheidenden Symbol unseres Glaubens geworden, warum nicht eine Taube oder ein Stern?“ (Bernhard Stecker)

So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist für immer / für immer und ein Leben / (…) So still und so verloren gingst du fort / ich hab so viel gehört, und doch kommt´s niemals bei mir an“ (Jupiter Jones). 

Warum muten wir uns das Kreuz zu? Weil das Leid und der Tod die größte Herausforderung sind, die das Leben an uns stellt“ (Bernhard Stecker). „Christlich leben? Werde ich nicht zu sehr belächelt? Halte ich das aus?“ (Lena Hinnenkamp). „Es gibt 99 Gründe, aufzugeben, nicht mehr mitzumachen, (…),auszutreten, nicht mehr zu hoffen, nicht mehr zu vertrauen, nicht mehr zubeten.“ (Hermann- Josef Coenen). „Aus Liebe den Willen des anderen über meinen eigenen Willen zu stellen. Wenn etwas eintrifft, was nicht mein Wille war, vertrauen. Wenn mir ein Kreuz zugemutet wird, vertrauen. Wer kann das schon schaffen?“ (Lena Hinnenkamp). „ Mein Gott, warum hast du mich verlassen,bist fern meinen Schreien, den Worten meiner Klage? (…) Dir haben unsere Väter vertraut , sie haben dir vertraut, und du hast sie gerettet.“ ( aus Psalm 22). „Wir muten uns das Kreuz zu, weil da jemand ist, der anders ist. Weil Gott uns so sehr liebt, dass er dabei ganz nebenbei alle Tabus bricht. Der uns liebt, obwohl er von den Menschen ans Kreuz gebracht wurde.“ (Lena Hinnenkamp).

 

Die Tatsache, dass es die ganze Nacht plötzlich ununterbrochen heftig schneit und so Kirchplatz und Autos rasch eingedeckt sind mit pulvrigem Schnee, trägt ihr Übriges zu der intensiven, stillen Stimmung bei.

In zwei Andachten jeweils um Null und um Drei Uhr singen wir gemeinsam, wir beten, lesen Bibelstellen und hören Texte, sammeln Fürbitten,sehen Bilder.

Im Pfarrheim gibt es Mitten-in-der-Nacht-Snacks, Kaffee (ganz wichtig!) und die Möglichkeit, sich kreativ auszutoben; an der Gestaltung des überaus gelungenen, erfrischend ungewöhnlich inszenierten Kreuzweges beteiligen sich alle sehr engagiert. Die Möglichkeit, ein bisschen auszuruhen oder einen Film zu schauen, gibt es auch, die nutzt bloß niemand, und als es fünf Uhr ist und Pastor Stecker in der Kirche erscheint, um das Allerheiligste zurück in die Sakristei zu bringen und uns so von unserer Bewachungsaufgabe zu entbinden, wickelt man sich beinahe erstaunt (und vielleicht doch ein ganz kleines bisschen müde) aus den Decken, in denen man auf dem Boden über der Heizung gehockt hat; schon so spät? Nach dem gemeinsamen Abschluss mit dem Tantum Ergo wird deshalb noch eine nachträgliche Schicht im Pfarrheim angehängt, um die Kreuzwegbilder fertig zu gestalten, während die restlichen Organisatoren (an dieser Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön!) Decken und Kerzen aufräumen, Beamer und Klavier abbauen und den Altarraum entwachsen.


In spärlicher Dämmerung werden die Autos beladen, und obwohl man sich um halb sieben dann doch aufs Bett freut,ist man keineswegs erschöpft, obwohl man froh ist, es geschafft zu haben,bleibt da doch etwas zurück, was einen wachgehalten hat, was einen aufgeweckt hat.

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